Wir kommen mit einer Grundausstattung zur Liebe auf die Welt. Deshalb begleiten uns Sehnsucht, Begehren und Angewiesensein ein Leben lang. Helmut Müller beleuchtet dieses Phänomen, das seit Menschengedenken erforscht wurde. Er kommt zu dem Schluss, dass die Erde nicht ausreicht, damit der Mensch zu seiner einheitlichen Ganzheit findet. Gleichzeitig leitet er her, dass die Werkseinstellung der Sexualität Einheit im Sinn hat und bedauert die derzeitige Dekonstruktion dieser Werkseinstellung.
„Unsere Heimat ist der Himmel“, lesen wir im Philipperbrief (3,20). Wenn es also um Einheit im Hinblick auf unser Menschsein geht, muss für die Tatsache, dass wir hier auf der Erde leben, aber im Himmel beheimatet sind, eine Lösung gefunden werden, und zwar so, dass wir uns nicht zwischen dem einen und dem anderen zerrissen erleben. Eine moderne Lösung und sogar über das arg strapazierte Begehren, allerdings unter dem Stichwort Einheit, habe ich bei einer Frau aus dem Mittelalter gefunden, nämlich bei Hildegard von Bingen.
Begehren als Überwindung der Zersplitterung der Welt
„Das Geschlecht ist nichts, was vergötzt oder verteufelt werden darf: beides wäre Mangel an Ehrfurcht. Das Geschlecht ist weder ausschließliche Seligkeit noch nur bedrängende Not: beides verfehlt die rechte Mitte. Denn im Geschlecht des Menschen liegt die leibhaftige Mitte, die süßeste Einheit in der Zersplitterung der Welt, ständige Probe und Bewährung in der Zeit der Heimsuchung. So ist es Zeichen für des Menschen Not und Seligkeit, Zeichen auch dafür, dass das Paradies nicht verloren ist: Ist doch die Geschlechtsvereinigung wie nichts auf dieser Welt eine Erinnerung an das Paradies und ein Wegweiser zur Heimat.“
Was Hildegard von Bingen mit Geschlechtsvereinigung anspricht, wird modern unter dem Begriff Begehren verhandelt. Über den französischen Philosophen Michel Foucault hat dieser Begriff sogar in seiner Entgrenzung oder zumindest Relativierung der katholischen Sexualmoral im Vortrag Eberhard Schockenhoffs in Lingen 2019 eine Zäsur im Denken eingeleitet.
Kugelförmiges Urwesen als Bild der Einheit in einem griechischen Mythos
Ich möchte aber mit meinen Überlegungen sehr viel früher beginnen, und zwar bei zwei von drei Säulen, auf denen das Abendland ruht, bei den Säulen Athen und Jerusalem. Bei beiden Überlegungen beziehe ich mich auf Erzählungen mit mythologischem Charakter.
Ich beginne mit einem von Platon überlieferten Mythos über die ursprünglich mächtige und heile Einheit und Ganzheit des Menschen: Anfänglich gab es den Menschen nicht als Mann und Frau in zwei Individuen, sondern als mächtiges Einheit abbildendes, kugelförmiges androgynes Wesen in einem Individuum. In seiner monoindividualen Ganzheit und Einheit war der Mensch ein mächtiges, in sich vollkommenes und heiles Geschöpf. Diese seine Vollkommenheit stieg ihm zu Kopf, und er fing in seinem Übermut mit den Göttern zu streiten an. Daraufhin wurde Apollo vom obersten Gott ausgesandt, dem Menschen seine in seiner Ganzheit und Einheit gründende Macht zu nehmen, indem er ihn in zwei Teile trennen sollte. Apollo tat dies, und seitdem verzehren sich die beiden Teile in begehrender Sehnsucht zueinander, um wieder heil und ganz zu werden. Das verzehrende Zueinander der homo- und heterosexuell Begehrenden ist nur ein ungenügender Ersatz für die für immer verlorene Selbstmächtigkeit in monoindividualer Einheit. Genau die wollte der Neid der Götter zerstören. Übrig von der verlorenen Einheit blieb nur das Begehren, das wie bei Foucault und im Lingener Vortrag nicht auf die gegengeschlechtliche Anziehung begrenzt war.
Einheit in Dreiheit im zum Logos gewordenen Mythos
Und jetzt komme ich auf den anderen, in Jerusalem verankerten Mythos zu sprechen, der im Lauf der abendländischen Geistesgeschichte zum Logos geworden ist. Es ist die paradiesische Geschichte von der Erschaffung des Menschen, allerdings mit einem wesentlichen Unterschied zum athenischen Gegenstück. Im griechischen Mythos wird die Zweiheit negativ als Kontingenz gesehen, da man sich ein kugelförmiges, in seiner Ganzheit und Einheit heiles und mächtiges Wesen als Ideal vorgestellt hat. Das freie, unabhängige, autonome, in-sich-ständige Individuum ist das Ideal der Einheit des Menschen.
In der christlichen Schöpfungserzählung dagegen ist die Zweiheit von vorneherein nicht als Zerrissenheit, sondern als ergänzendes Zueinander positiv gesehen.
„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.“ (Gen 2,18)
Das gegenseitige aufeinander Angewiesensein ist das Ideal. Und im weiteren Verlauf der Paradiesesgeschichte wird deutlich, dass diese Zweiheit eigentlich in eine Dreiheit integriert ist. Sichtbar wird dies allerdings erst, als die ersten Menschen sich gegen das Paradiesstatut, nicht vom Baum in der Mitte zu essen, gewandt haben. So bleibt das Leben in der Nachbarschaft Gottes, der seligen Dreiheit, mit den Worten Hildegard von Bingens als „Erinnerung an das Paradies […] ein Wegweiser zur Heimat.“ Menschsein ist biblisch als Kom-position von Mann und Frau konzipiert und als Begehren tief in unserer Leibhaftigkeit verankert. Und diese Kom-position sollte Maß nehmen am Bilde Gottes, nach dem wir geschaffen worden sind. Mit den Worten Hildegard von Bingens:
Das Zerbrechen der Dreiheit in seine Einzelteile
Da wir nicht, wie Gott, reiner Geist sind – trivial ausgedrückt: wir sind keine Gespenster, wir sind Wesen aus Fleisch und Blut – aus diesem Grund muss Liebe als Einheit stiftende Kraft auch eine leibliche Komponente haben, wenn sie wahrhaft menschlich sein soll. Die in Gott als rein geistig beschriebene Liebe muss, wenn sie sozusagen vom Himmel als Download auf die Erde fällt, uns buchstäblich auch in Fleisch und Blut übergehen, nicht nur in Geist und Person. Wir alle wissen, dass wir nicht als fertige Liebewesen auf die Welt kommen. Deshalb darf Begehren nicht, wie Hildegard schreibt, in Gottvergessenheit vollzogen werden. Wir spüren sowohl die Seligkeit des Anfangs im Paradies, als auch das Zerbrechen der Dreiheit im Verlust der Nachbarschaft mit Gott (Gen. 3,8). Allzuoft spüren wir das. Manchmal verfehlen wir unser Wesen sogar ein Leben lang. Wir können es schließlich so gewaltig und offensichtlich verfehlen, dass Dostojewski nur einem Idioten die Frage in den Mund legen konnte: „Warum lieben wir uns eigentlich nicht?“ Denn ein vernünftiger Mensch weiß ja tausend Gründe, weshalb das eben nicht der Fall ist und wir nur allzuoft in unserem Begehren aus der Dreiheit ausbrechen wollen.
Die Gnade Gottes als Einheit stiftende Kraft
Nach Hans Urs von Balthasar bedürfen wir deshalb der begleitenden Gnade Gottes, dass unsere Liebe tatsächlich einheitsstiftend wird.
„Der Mensch ist aus dem Schöpferschoß Gottes zur Welt gesetzt; freilich nicht in einem einmalig entlassenden Akt, wie eine menschliche Geburt, denn Gott muss das endliche Wesen immerfort begleitend im Dasein erhalten.“
Für uns an dieser Stelle wichtig: Wir kommen mit einer Grundausstattung zur Liebe auf die Welt. Diese Grundausstattung ist jedem Menschen wenigstens als Wunsch sowie als leib- und triebhaftes Begehren gegenwärtig. Hans Urs von Balthasar schreibt weiter:
„Der Mensch behält als Gottes Gebilde ein Gespür für sein Entlassenwordensein aus der Hand Gottes, für seine Herkunft aus dem ewigen Schoß, aber es ist ihm unmöglich, dieses Bewußtsein seiner Herkunft zu vergegenständlichen…“.
Wo treffen wir dieses Gespür in unserer erfahrbaren Welt an? Da, wo wir unruhig sind. Wenn wir genau nachforschen, was es ist, das uns unruhig macht, was uns nicht in einem stets ausgeglichenen Gefühlszustand verharren lässt, so werden wir finden, dass es ein Begehren ist, so elementar wie Hunger- und Durstgefühle, bis zu bestimmten und unbestimmten Wünschen und Sehnsüchten vielfältigster Art, die uns aufeinander zu schicken, uns ständig unterwegs sein lassen. Wolfhart Pannenberg definiert dieses Unterwegssein als „Angewiesensein“:
„Triebhaftigkeit bedeutet nämlich beim Menschen wie bei den Tieren, auf etwas angewiesen zu sein. Das liegt in ihrem Begriff. Alle Lebewesen sind angewiesen auf Nahrung, auf Lebensbedingungen des Klimas und der Vegetation, auf die Gemeinschaft mit Artgenossen und nicht zuletzt auf die Gesundheit des eigenen Leibes. Während nun die Bedürftigkeit der Tiere auf ihre Umwelt beschränkt ist, kennt die des Menschen keine Grenzen.“
Für Wolfhart Pannenberg als evangelischem Theologen ist dieses „keine Grenzen kennen“ noch nicht katholisch ausformuliert. Das ist das, was Balthasar formal mit einem „Gespür“ bezeichnet, das der Mensch beibehält und ihn „ahnen lässt, aus der Hand Gottes“ entlassen worden zu sein. Die Kirche adelt dieses Ahnen aus der Hand Gottes zu kommen mit dem Sakrament der Ehe. Es ist das einzige Sakrament, das noch aus der Schöpfungsgnade stammt und sakramental dann aus der Erlösungsgnade gestärkt wird. Hier wird schon deutlich, dass die Erde nicht ausreicht, dass der Mensch zu seiner einheitlichen Ganzheit findet. Wir tragen dieses Gespür unreflex in unserer Trieb- und Gefühlsdynamik mit uns herum und es weist über uns hinaus. Es gehört zu den elementaren Bausätzen unseres Menschseins. In einer Wissenschaft vom Menschen wird davon die Rede sein müssen und damit natürlich auch in einer Anthropologie der Liebe, die in einer Theologie des Leibes im Sakrament der Ehe schließlich ihre einheitsstiftende Kraft findet.
Die Werkseinstellung der Sexualität hat Einheit im Sinn
Um es gleich vorweg zu sagen: Der augenscheinlichen geistig-körperlichen Asymmetrie der Geschlechter, egal wie tief die Zersplitterung auch in unser Begehren reicht, geht eine grundlegendere Symmetrie von Würde und Rechten von Männern und Frauen voraus, selbst wenn sie eine gegengeschlechtliche Anziehung nicht spüren sollten. Allein schon morphologisch sind die Geschlechter aufeinander zu und ohne einander erscheinen sie rudimentär. Der Frauenkörper wird evolutionsbiologisch im Windkanal männlicher Hormone gestaltet, zu einem Objekt des Begehrens. Der Mann dagegen sehr viel geringer durch weibliche Hormone, da weibliche Ausleseprozesse weniger auf Sicht wie bei Männern, sondern eher auf personale Qualitäten ausgerichtet sind. Beim Mann sind nach dem Biologen Adolf Portmann „anschauende Augen“ die Architekten.
Hildegard von Bingen findet überraschend klare Worte für das gegenseitige Begehren
Überraschend klare Worte findet Hildegard von Bingen für das gegenseitige Begehren der Geschlechter: Freimütig wie kaum ein anderer ihrer Zeitgenossen vergleicht sie die Leidenschaft des Mannes in seiner Liebe zur Frau mit dem Feuer von Vulkanen, das man nur schwer löschen kann. Dieses „Feuer“ betrachtet sie als gottgegeben. Auch über die Gefühle der Frau findet sie überraschend klare Worte: Sie schreibt vom „Schaum der Wollust„. Abklingen würde die „Glut der Begierde“ bei beiden Geschlechtern dann im gleichen Alter: mit etwa 70 Jahren.
Wie dem auch sei: Die komplementäre Asymmetrie beider Geschlechter ist aber nicht nur leibhaft-physisch, sondern auch geistig-psychisch. Sogar die mit der Fruchtbarkeit einhergehende Lust beinhaltet eine Asymmetrie: Die Geschlechtsmorphologie zeigt, dass Lust asymmetrisch und in dieser Asymmetrie dialogisch konzipiert ist. Bei Hildegard von Bingen lesen wir:
„Mann und Frau sind auf eine solche Weise miteinander vermischt, dass einer das Werk des anderen ist. Ohne die Frau könnte der Mann nicht Mann heißen, ohne Mann könnte die Frau nicht Frau genannt werden.“
Im Idealfall, wenn der Mann seiner Frau auch personal zärtlich begegnet, erleben beide gleichzeitig, nämlich asymmetrisch den Höhepunkt: Der Mann bei der Ejakulation des Gliedes in der aufnahmebereiten Vagina und die Frau denselben Vorgang als ganzkörperliche Vereinigung im Gefühl der Einswerdung in der Weise des Einsfühlens, wie es Max Scheler beschreibt. Hildegard von Bingen scheut sich nicht, auch da konkret zu werden. Diese asymmetrischen Höhepunkte sind sozusagen die „Prämie“, dass immer wieder Beziehung gestiftet wird in einer unendlichen Reihe von Herkünftigkeit und Zukünftigkeit, in der Leben leiblich weitergegeben wird. Es ist sozusagen die Werkseinstellung von Sexualität: Das empfangene Leben aus den Tiefen der Vergangenheit in eine allseits offene Zukunft weiterzureichen. Ein schwaches, in die Zeit eingelassenes Abbild der Ewigkeit der Liebe in Gott. Hildegard von Bingen beschreibt die Begegnung der Geschlechter ähnlich konkret und auf Fruchtbarkeit hin:
„Wie deshalb Adam und Eva ein Fleisch waren, so werden auch jetzt Mann und Frau in der Liebesvereinigung ein Fleisch zur Vermehrung des Menschengeschlechts.“
Moderne Benutzereinstellungen und ihre Updates schaffen Zersplitterung
Modern gewordene „Benutzereinstellungen“ von Sexualität auf Dating-Portalen und eine sogenannte Freundschaft plus – die allerdings Fruchtbarkeit penibel auszuschließen versucht – unterbrechen diese Reihe, die mit den kopulierenden Paaren abbricht, Beziehung nicht weiterreicht, ja sogar definitiv nicht weiterreichen will und die Prämie der Ekstase nur auskosten will und damit den Sinn dieser Prämie invertiert.
Allein diese Hinweise zeigen, wie problematisch es ist, das offensichtliche Architekturprinzip der Natur bzw. der Schöpfung nicht zu beachten und undifferenziert von Gleichheit – und nur von symmetrischen Beziehungen – zu reden, die aber ausschließen, Beziehungen selber noch einmal zu stiften.
Das wird neuerdings durch verschiedene Inkompatibilitäten in der Lebenswirklichkeit bestätigt, wenn Menschen den Eindruck haben, in einen „falschen“ Körper inkorporiert zu sein. Wenn wir also glauben, dass wir nach dem Bilde Gottes geschaffen worden sind, dann gleichen wir nur in diesem asymmetrischen Aufeinanderzu und dem ebenso Nicht-ohne-einander der Schöpfungs- und Lebensordnung dem Bilde Gottes – der in sich schon Beziehung ist – und den Asymmetrien in ihm selbst: Wir unterscheiden zwischen dem zeugenden ursprünglich Beziehung stiftenden Vater und dem gezeugten Sohn. Der Geist wird wiederum vom Vater und dem Sohn gehaucht (so der dogmatische terminus technicus).
Die Dekonstruktion der Werkseinstellung
Gemeinhin wird allerdings immer aggressiver eine grundlegende Symmetrie der Geschlechter behauptet und gefordert, die so weit führt, dass Heterosexualität als gesellschaftliches Konstrukt behauptet wird. Heterosexualität wird dann „dekonstruiert“ und im Endeffekt führt das dazu, dass nicht einmal mehr eine Symmetrie in herkömmlichem Sinne gefordert wird, sondern nur noch Diversität festgestellt und behauptet wird. Rechte und Würde können dann nur noch divers, individuell, autonom bestimmt werden. Zu diesen Verirrungen kommt es immer mehr, weil Vertreter dieser Auffassungen, wenn sie Frauen sind, immer seltener schwanger werden, Kinder zur Welt bringen und überhaupt Fruchtbarkeit und leibliche Beziehung ausschalten. Männer haben Frauen schon immer nicht verstanden, und wenn Fruchtbarkeit permanent ausgeschaltet wird, werden die Chancen, sie zu verstehen, sicher nicht größer.
Es geht allerdings um eine Kultur der Asymmetrie, weil sie offensichtlich Schöpfungsordnung ist und nicht von dieser Asymmetrie „erlöst zu werden braucht“.
Vom Duett zum Duell, von der Komposition zur Komplikation
Ursprünglich ist der Mensch also als Duett geschaffen worden, das dann seit dem Sündenfall leider oft zum Duell gerät. Leider wird das Erbsündedogma mittlerweile wie eine weitere freudsche narzisstische Kränkung behandelt, das man aber theologisch immer weniger beachtet. Die Geschichte vom Sündenfall trifft allerdings wieder die Aussage des griechischen Mythos: Die in der biblischen Aussage positiv verstandene Zweiheit als Kom-position ist eine Komplikation geworden. Im griechischen Mythos verzehren sich die Geschlechter in Sehnsucht zueinander, ohne die ursprüngliche Ganzheit je zu erreichen, und in der Geschichte vom Sündenfall heißt es, die Frau betreffend: „Du hast Verlangen nach deinem Mann, er aber wird über dich herrschen.“ (Gen 2,16) Damit ist aber auch das Verhältnis des Mannes zur Frau zerstört. Liebe wird durch Herrschen ersetzt. Die Grundkraft, die die Gemeinschaft in Gott bestimmt, die Liebe, wird in der menschlichen Beziehung nicht mehr abgebildet.
Adam am Grab von Eva: Sie war das Paradies (Mark Twain)
Heilsgeschichtlich wird dieses Verhältnis aber durch den zweiten Adam, Christus, und die zweite Eva, Maria, wieder von Grund auf geheilt. Christus wird im Ehesakrament der Dritte im Bund. Was Ehe ist bzw. sein könnte, hat einmal Mark Twain in seinen Tagebüchern von Adam und Eva auf den Punkt gebracht: Adam stand am Grab von Eva und sagte: Sie war das Paradies.
Dr. phil. Helmut Müller
Philosoph und Theologe, akademischer Direktor am Institut für Katholische Theologie der Universität Koblenz. Autor u.a. des Buches „Hineingenommen in die Liebe“, FE-Medien Verlag. Helmut Müller ist Mitautor des Buches „Urworte des Evangeliums“.
Bildnachweis: Hieronymus Bosch, aus „Der Garten der Lüste”, aus Wikipedia

