Ein wohltuender Kontrast zur Kirchenmeile und ein wirklich besonderer Abend auf dem Katholikentag 2026 bei „the tabernacle“: durch Begegnung, Worship, die heilige Messe und eucharistische Anbetung wurde spürbar, worum es in unserem Glauben geht: Jesus in die Mitte zu stellen. Helena Englert und Patricia Haun berichten von dem Glaubensfestival in einer Atmosphäre voller Frieden, Freude und Begegnung mit dem Herrn.
Der Star ist Jesus
Im Vorfeld des Katholikentages wurden wir über social media auf die Freitagabendveranstaltung „the tabernacle“ aufmerksam. Wir, das sind meine 22jährige Tochter Helena und ich. Schnell war klar: Da wollen wir hin, denn wir waren sicher: nomen est omen. Die website von „the tabernacle“ kam zwar etwas geheimnisvoll daher, aber sehr jugendlich und wir hofften auf ein Programm mit Lobpreis, Anbetung, und Zeugnissen junger Menschen. Nach dem ernüchternden Besuch der Kirchenmeile machen wir uns auf den Weg zur Tectake-Arena. Von weitem sehen wir schon, dass der Vorplatz mit jungen Leuten gefüllt ist. Mir fallen etliche Jugendliche auf mit jenem Strahlen in den Augen, das von innen kommt. Die jungen Leute an der Getränkeausgabe führen spontan ein Tänzchen zu mitreißender Musik auf. Die Stimmung: gelöst und fröhlich.
Im Vorraum der Halle finden wir Infostände von Youcat und dem österreichischen YOU-Magazin. Die Ausstellerpalette ist noch ausbaufähig, aber in jedem Fall gesunde Kost und eindeutig katholisch. Gendersternchen – Fehlanzeige! Stattdessen wird beim Betreten der Halle schnell klar: Der Star ist hier Jesus Christus allein. Professionelle Lichtshow, beste Akustik, große Leinwände. Hier wurde nicht gekleckert, sondern mit Spitzentechnik geklotzt. Auf der Bühne eine Lobpreisband, die Lieder anscheinend vielen Anwesenden bekannt, denn es wird kräftig mitgesungen. Der Text wird im Hintergrund angezeigt, damit auch die wenig Textsicheren schnell Anschluss finden. Und schon sind wir mittendrin in einer Menge Gleichgesinnter in Festivalstimmung mit diesem besonderen Touch von Holyness.

Begegnung, die verändern soll
Wer steckt hinter dieser Initiative? Initiiert wurde „the tabernacle“ aus Anlass des Katholikentages 2026 in Würzburg von jungen Menschen der weltweiten Erneuerungsbewegung CHARIS. Hinter dem Träger CHARIS steht der Verein Charismatische Erneuerung e. V. (CE e. V.). Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit vielen weiteren Partnern aus katholischen Gemeinschaften, Initiativen und Netzwerken bewerkstelligt. Deren gemeinsame Vision:
„Wir träumen von einer jungen Generation, die in lebendiger Beziehung zu Gott steht, deren Herzen von Jesus entflammt werden und die Schätze der Kirche neu entdeckt.“
Zu Beginn verliest Pfarrer Volker Sehy ein Grußwort von Papst Leo, das der Substitut des Staatssekretariats, Paolo Rudelli, aus dem Vatikan übermittelt hat.
Am Ende des Abends wird es Gelegenheit zum connecten mit über 25 Initiativen geben.
Doch zunächst erzählt Lukas Golla, Sprecher von „Jugend für Kirche“ von Bartimäus (Mk 10,49) und greift damit das Motto des Katholikentages auf. Jesus fragte den Blinden: „Was soll ich für dich tun?“ Aus dieser Frage entwickelte sich eine Mensch-zu-Mensch- und eine Herz-zu-Herz-Begegnung zwischen Bartimäus und Jesus. Mit dieser Geschichte führt Golla hin zum Zielpunkt des Abends: Eine persönliche Begegnung eines jeden Anwesenden mit Jesus. Wie wir erhofft hatten, wird Lobpreis, eine Eucharistiefeier mit dem Würzburger Bischof Franz Jung und anschließender Anbetungszeit als Abendprogramm in Aussicht gestellt. Dazwischen gibt es Glaubenszeugnisse, zum Beispiel von Moderatorin Helena Vettermann (24), die berichtet, wie sie Zugang zur Heiligen Messe gefunden hat und von Moderator Samuel Hartl (21) über die Schätze der Kirche.
Ein Abend, um beim Herrn zu sein
Der feierliche Einzug des Altardienstes zur Heiligen Messe wird von erhebender Musik begleitet und die Lichttechnik gibt ihr Bestes, um die kurzerhand zum Altarraum umgestaltete Bühne als simulierten Kirchenraum erstrahlen zu lassen. Schon ist vergessen, dass man sich in einer Halle befindet. Bischof Jung beginnt die Einführung mit den Worten: „Die letzten Tage ist viel diskutiert worden“ Und mit Inbrunst in der Stimme:
„HEUTE ist der Abend, um beim Herrn zu sein.“
Damit spricht der Bischof uns aus der Seele. Diese Veranstaltung verspricht und liefert, was man sich unter einem Glaubensfest vorstellt. Hier steht Jesus im Mittelpunkt und wenn zu Beginn vielfach gesungen wird: „Der König kommt“ ist sicher jedem im Saal klar, wer gemeint ist und in dieser Versammlung begrüßt wird.
Damit sie das Leben in Fülle haben
Nach der Messfeier gibt es ein Zeugnis von Ellie (= Elisabeth) über ihre Lebensbibelstelle Joh 10,10 „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“. Sie richtet den Appell an die Zuhörer und Zuhörerinnen, dass der Auftrag aller ist: Licht zu sein. Damit wird erneut der Bogen zum Motto des Katholikentages gespannt und hier in den richtigen Kontext gesetzt: „Hab Mut! Steh auf!“ Wir sollen Glaubenszeugen sein für andere, Jesus Christus bekennen und in die Welt hinaustragen. Die Begeisterung der jungen Frau dürfte vielen jungen Menschen im Saal ein Beispiel geben. An den Saalrändern finden sich Gebetsteams ein und Priester, die Beichte hören. Auch diese Angebote werden angenommen.
Herz-zu-Herz-Begegnung mit Jesus
Wenngleich auch noch viele Plätze in der großen Halle leer geblieben sind, so ist „the tabernacle“ erfolgreich gestartet und wir erahnen und hoffen, dass in zwei Jahren nach Paderborn noch deutlich mehr Menschen kommen werden. Denn diese Veranstaltung strahlt aus. Bei der Aussetzung zur eucharistischen Anbetung durch Bischof Jung wird es still im Saal und man spürt, dass hier jeder Einzelne zählt. Denn Jesus will zu jedem persönlich kommen. Spätestens hier wird spürbar: Das Anliegen der Initiatoren ist erfüllt. Dieser Abend ist eine Gelegenheit zu einer Herz-zu-Herz-Begegnung mit Jesus. Diese Gelegenheit wurde genutzt. Jesus berührt auch heute die Menschen, auch hier in Würzburg beim Katholikentag.
Beim Verlassen der Halle lässt sich Helena noch von einem Priester den Segen für sich, ihr ungeborenes Kind und die bevorstehende Geburt geben. Froh darüber, dass ein solches Event im Stile von Holy-Nights, Loretto und katholischer Jugendfestivals auch einmal heimatnah zu erleben war, treten wir die Heimfahrt an.
Helena Englert
Jahrgang 2003, verheiratet, in Erwartung ihres ersten Kindes, liebt Lobpreismusik und drückt selbst gern durch Gesang ihre große Liebe zu Jesus Christus aus. Aus den Eindrücken des Abends hat sie ein Reel für den Instagram-Account des Neuen Anfangs geschnitten.
Patricia Haun
Jahrgang 1971, ist freie Journalistin, Mutter von vier Kindern und Großmutter dreier Enkel. Sie hat sich jahrelang in der Lebensrechtsarbeit, in kirchlichen und caritativen Organisationen engagiert und wirkt mit bei der Initiative „Neuer Anfang“.
Beitragsfoto: Bistum Würzburg / ©Ralf Ruppert (Sobla)

