Der Hamburger Generalvikar und eine (sehr) plumpe Ausrede
Hintergrund: Der Hamburger Generalvikar hat in einer internen Mail Anweisungen gegeben, wie man die kritischen Rückfragen zum Schulpapier zur Sexuellen Bildung abperlen lassen soll. Die inhaltliche Verteidigungslinie: Es handle sich um ein ausschließlich pädagogisches Papier. Das aber ist absurd. Martin Brüske kommentiert.

Wer meint, es gäbe von ethischen Entscheidungen trennbare, „rein“ pädagogische Konzepte, der weiß entweder nicht, was er redet – oder er will betrügen. Beim Hamburger Generalvikar Sascha-Philipp Geißler dürfte sehr sicher letzteres der Fall sein. Das weltanschaulich extrem aufgeladene Schulpapier zur sexuellen Bildung sei ein „pädagogisches Papier“ ohne lehramtliche Bedeutung – so Geißler in einer internen Mail. Billiger und plumper als diese kann eine Ausrede gar nicht sein. Natürlich weiß der Generalvikar sehr genau, dass das „pädagogische Papier“ eine völlig andere, im Widerspruch zur authentischen Lehre der Kirche stehende Anthropologie und Ethik vermittelt. Er weiß, dass in der pädagogischen Praxis genau diese andere Anthropologie und Ethik vermittelt werden soll. Man fragt sich, ob Geißler auch seine Mitarbeiter, an die sich die Mail richtete, für dumm hält. Denn wer so etwas behauptet, der muss auch behaupten, dass die Pädagogik der FDJ nichts mit der Vermittlung der marxistisch-leninistischen Doktrin zu tun hatte. Nein, billiger geht es wirklich nicht!

