Kardinal Marx kündigt Rechenschaftsbericht an


Hintergrund: Bei der Vollversammlung des Diözesanrats in Ohlstadt kündigte Kardinal Marx einen Rechenschaftsbericht an, der sich auf den deutschen Synodalen Weg und die Weltsynode beziehen soll. Beide stellt er als miteinander vereinbar dar. Peter Esser kommentiert.


Wie inhaltliche Spannungen aufgelöst werden sollen, bleibt in dem Bericht des Kardinals jedoch offen, denn beide Prozesse besitzen einen völlig unterschiedlichen kirchenrechtlichen Status. Das Presseamt versorgt den Leser zum Trost mit dem Bild eines Schiffs, das nicht sinkt, sondern umgebaut wird. Hätte man das auf der Titanic schon gekonnt!

Realitätscheck: Am 12. Mai baten 26 Priester des Erzbistums Marx um Klärung der Unvereinbarkeit von Segenshandreichung und Fiducia Supplicans. Meines Wissens wurde die Frage nicht beantwortet.

Auch Seelsorger, die Segensfeiern aus Gewissensgründen ablehnen, sollen Paare weiterverweisen. Sie dürfen zwar die eigene Durchführung ablehnen, sollen aber die beanstandete Feier ermöglichen. Gewissensfragen werden überbrückt, nicht beantwortet.

Echte Synodalität besteht nicht im Überstimmen einer Minderheit, sondern im Erzielen von Einmütigkeit im Glauben. Das begründete Gewissen ist heilig und darf nicht beiseitegeschoben werden.

Solange die Stimme des Papstes und der Weltkirche im Erzbistum München nicht ernst genommen werden, sind Synodalität aus der Kardinal-Faulhaber-Straße und Weltsynode nicht mal im Ansatz das Gleiche. Die Kirche wird nicht sinken; bei einzelnen Bistümern ist das nicht so sicher.

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