Heiner Wilmer und die Kirchlichkeit des deutschen Wegs
Hintergrund: Heiner Wilmer hat in einer Ansprache in Salzburg angesichts der anhaltenden Irritation über den Synodalen Weg seinen europäischen Kollegen die Bindung der deutschen Kirche an Papst und Lehramt versichert. Das lässt aufhorchen. Martin Brüske gibt eine erste Analyse.
Der Vorgang ist mehr als bemerkenswert. Der Vorsitzende der DBK gibt seinen europäischen Amtskollegen eine Erklärung ab. Durch Unterschrift, Amtsbezeichnung, Ort und Datum bekommt sie offiziösen Charakter. Sie will den Eindruck der Verbindlichkeit erwecken. Wenige Tage später wird sie nicht auf der Website der DBK veröffentlicht, sondern zunächst auf der Online-Plattform der Zeitschrift Communio. Schon dieser Umstand lässt aufmerken.
Was beinhaltet sie? Heiner Wilmer will reagieren auf die offensichtlich immer noch schwerwiegenden Irritationen, die der Synodale Weg im kirchlichen Ausland auslöst. Georg Bätzing pflegte solche Irritationen brüsk zurückzuweisen. Im krassen Gegensatz dazu sein Nachfolger: Er zeigt Verständnis für diese Irritationen. Seine Erklärung ist eine Versicherung gegenüber den Brüdern im Amt des Vorsitzenden einer Bischofskonferenz.
Was versichert er? Mit zwei Worten: Volle Kirchlichkeit! Bindung und Gemeinschaft mit dem römischen Bischof. Bindung und Gemeinschaft an die und in der universale(n) Kirche. Bindung an das Lehramt. Bindung an Recht und Ordnung der Kirche. Kein deutscher Sonderweg!
Heiner Wilmer muss die Wahrnehmung der deutschen Kirche im kirchlichen Ausland für so katastrophal gehalten haben, dass er diese Erklärung für nötig hielt. Man kann sich über diese programmatische Kirchlichkeit nur freuen. Bei der letzten Vollversammlung der deutschen Bischöfe wurde allerdings auch der Kampfeswillen der synodalen Sonderwegsfraktion überdeutlich. Ob sich Wilmers programmatisch angekündigte neue Kirchlichkeit durchsetzen wird, ist deshalb eine offene Frage. Ich wünsche dem Vorsitzenden dazu jedenfalls Gottes Segen!


