Im kommenden Jahr verleiht die Initiative Neuer Anfang bereits zum dritten Mal den Evangelii-Gaudium-Preis. Hinter dem sperrig erscheinenden Titel verbirgt sich ein Grundbedürfnis – nicht nur für die Christen, sondern für jeden Menschen: die Erfahrung der Freude. Peter Esser erläutert mit Blick auf das Apostolische Schreiben von Papst Franziskus, wie der Neue Anfang dazu beitragen will, dass die Freude nicht in Vergessenheit gerät.

Die Freude des Evangeliums

Im Jahr 2013 veröffentlichte Papst Franziskus ein Schreiben, das seinem Pontifikat wegweisende Bedeutung gab. Das Arbeitspapier der Bischofssynode zur Neuevangelisierung (nova evangelizatio) im Jahr 2012 betonte die Weitergabe des Glaubens, Papst Franziskus stellte dem Gedanken der Evangelisierung jedoch bereits im Titel die Freude zur Seite. Das war kein Widerspruch zu seinem Vorgänger, aber eine eigenständige Akzentsetzung. So übernimmt Papst Franziskus den bereits von Papst Johannes Paul II geprägten Begriff der Neuevangelisierung. Die bereits christlichen Völker und Kulturen sollten das Wort Gottes neu vernehmen. Aber Franziskus fügt dazu noch einen neuen Begriff hinzu, indem er gleich zu Beginn von einer neuen Etappe der Evangelisierung spricht. Die Christen sind zur Freude gerufen, und sie werden zugleich als Träger einer neuen Etappe der Verkündigung des Evangeliums angesprochen:

„Ich bin eine Mission auf dieser Erde, und ihretwegen bin ich auf dieser Welt.“ (EG 273)

Der Evangelii-Gaudium-Preis

Wir sind als Initiative Neuer Anfang zur Überzeugung gekommen, dass die Kirche in Deutschland diesen Anfangsimpuls des argentinischen Papstes noch nicht so aufgenommen hat, wie er es eigentlich verdient hätte und haben daher einen Preis für „Menschen, Initiativen und Projekte (…), die diesen Auftrag beispielhaft verwirklichen und neue Wege finden, das Evangelium glaubwürdig und einladend zu verkünden” ins Leben gerufen.

Ein gewisses Fremdeln in Teilen der deutschen katholischen Öffentlichkeit gegenüber dem Gedanken der Neuevangelisierung war dabei nicht zu übersehen. Umso mehr beflügelten uns die ermutigenden Fügungen rund um die bisherigen Preisverleihungen, die wir als Augenzwinkern Gottes lesen konnten.

Jetzt bewerben!

Zweimal wurde der Preis bisher verliehen, im Juli 2025 an Miriam und Wolfgang Herold von der Initiative Christliche Familie auf Gut Schörghof im oberbayerischen Pfaffenwinkel und im Januar 2026 an das Ehepaar Lucia und Hans-Peter Hauser von der Initiative „Liebe leben” im Palazzo Cesi, gewissermaßen vor der Pforte des Petersdoms. Auch im Vorfrühling des Jahres 2027 ist eine Preisverleihung vorgesehen. Ein Preisträger ist noch nicht bestimmt, die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 6. November 2026. Schlagen Sie gerne Initiativen vor oder bewerben Sie sich mit Ihrem eigenen Apostolat. Alle Informationen dazu finden Sie hier unter diesem Link.

Ein großes Dankeschön der Stifterin des Preises und allen, die es ermöglichen, dass der Missionsbefehl Jesu „Macht alle Menschen zu meinen Jüngern” auch im Neuen Jahr gehört wird.


Peter Esser
Der Autor ist 1962 am Niederrhein geboren, arbeitet als Cartoonist und Illustrator und begeistert sich für die Werke von J. R. R. Tolkien.  Peter Esser ist Mitautor des Buches „Urworte des Evangeliums“ und der Erfinder des Evangelii-Gaudium-Preises.


Beitragsbild: KI-generiert

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