
Herrschaftszeiten
„Bei euch soll es nicht so sein“, sagte Jesus, wer herrschen will, muss dienen. Er hat seinen Jüngern das Füßewaschen beigebracht – früher ein Job für die Sklaven. „Ihr sollt niemanden euren Vater nennen, außer jenen im Himmel“ – auch so ein nicht eingelöster Spruch aus dem Neuen Testament. Wir reden von Beichtvätern und sogar vom „Heiligen Vater“, doch der Papst selbst nennt sich gerne „Diener der Diener Christi“. Jesus nennt seine Jünger „Freunde“, „nicht Knechte“. Gott gibt uns Freiheit und fordert dennoch Gehorsam. Warum ist das alles so?
Die katholische Kirche sieht Christus als das Haupt eines Leibes und uns alle als Glieder mit unterschiedlicher Begabung und Aufgabe. Die Kirche will diese Einheit in Vielfalt mit biblischer Orientierung entwickeln. Jeder soll seinen Platz finden können.
Aus Herrschaftszeiten
Die finale Entscheidung fällt zwischen deutschkatholisch und synodal
Der Papst will die Einheit wiederherstellen. Das gilt auch für die Kirche in Deutschland. Hier sind die Bischöfe untereinander dramatisch uneins. Das bringt die Kirche in ihrer Gesamtheit in Gefahr. Das Nachrichtenportal der Bischöfe und der Theologe Thomas Söding gießen Öl in ein Feuer, das ohnehin schon viel zu heiß brennt. Von Peter Winnemöller
Bischof Wiesemann ist glücklich
Der Bischof lächelt zufrieden in die Kamera. Der Satzungsentwurf für eine „Synodalkonferenz“ ist durch - mit einem Abstimmungsergebnis wie in der DDR! Bischof Wiesemann: „Auf diesem Weg echter Teilhabe und gemeinsamer Verantwortung werden wir konsequent vorangehen – auch mit Blick auf den aktuellen Strukturprozess ...“ Bald schon werde man „gemeinsam entscheiden“.
Synodalkonferenz ohne echte Synodalität?
Zwischen dem Schlussdokument der Weltsynode und der Satzung der deutschen „Synodalkonferenz“ besteht ein nicht zu heilender Grundwiderspruch. Im Schlussdokument: Zusammenspiel von geistlicher Unterscheidung und bischöflicher Verantwortung. In der „Konferenz“ ein Pseudoparlamentarismus nach Mehrheit und Minderheit.
Beim Lügen erwischt
Bischof Bätzing meinte, den Journalisten Benjamin Leven wie einen dummen Schuljungen abkanzeln zu sollen. Das ist ihm nicht gut bekommen, meint Martin Brüske. Lange wurde der Eindruck erweckt, die Handreichung zu Segensfeiern für Paare jenseits der Ehe sei mit Rom abgestimmt. In einem bestens dokumentierten Artikel hat Leven nun den Beweis des Gegenteils angetreten.
Die blockierte Freude
Mitten im deutschen Herbst deutet sich weltweit ein neuer Frühling der Katholischen Kirche an. Aber nicht alle können sich freuen. Statt einzuschwingen in die Dynamik einer geistlichen Erneuerung, wird Papst Leo schlechtgemacht und miese Stimmung verbreitet. Bernhard Meuser analysiert eine Kirche, die nicht tanzen will und sich der Freude verweigert.
„Der Papst ist doch kein Zauberer!“
Was guter und was falscher Zauber in der Kirche ist, entscheidet sich an der deutschen Reformagenda? Während Bischof Bätzing konstatiert, dass der Papst kein Zauberer sei, zaubert er sich selbst und dem Kirchenvolk seine schöne neue deutsch-katholische Welt zurecht. Bernhard Meuser nimmt Bätzing “aufs Korn” und nebenbei die jüngsten Aussagen des DBK-Vorsitzenden und des Papstes unter die Lupe.







