Die Pilgerreise der Initiative Neuer Anfang in Kooperation mit der Wochenzeitung „Die Tagespost” führte buchstäblich zu einem Neuanfang in Rom. Dazu trugen diverse Gespräche bei, aber auch die Vorstellung der INSA-Studie über das Christentum in Deutschland. Alles in allem kehrten die Pilger der Hoffnung voller Zuversicht und Tatendrang nach Hause zurück. Die Redaktion lässt die Höhepunkte der Fahrt Revue passieren.

… um neue Hoffnung zu schöpfen

Die rund hundertköpfige Pilgergruppe des Neuen Anfangs hat sehr intensive Tage in Rom hinter sich: Begegnungen und Gespräche mit Kardinälen, Bischöfen, Kurienmitarbeitern sowie die Verleihung des Evangelii-Gaudium-Preises. Weitere Höhepunkte waren die Vorstellung der INSA-Studie zum Christentum in Deutschland mit Podiumsgespräch sowie ein Gespräch u. a. mit Kardinal Koch und natürlich die Generalaudienz mit Papst Leo XIV. – Tage, die von großer Offenheit, geistlicher Tiefe und der gemeinsamen Suche nach einer echten Erneuerung der Kirche geprägt waren. Viele Menschen nahmen teil, um neue Hoffnung zu schöpfen, denn sie sind erschüttert über den Weg, den die Kirche in Deutschland derzeit geht. Erfüllt, hoffnungsfroh, voller Zuversicht und mit der Bereitschaft, ihre Freude und Hoffnung zu teilen, flogen die Pilger zurück nach Deutschland, mit reichlich Segen und Gnaden im Gepäck

Zu unserer Gruppe gehörten unter anderem Bernhard Meuser, der Initiator des YOUCAT, sowie Bischof emeritus Gregor Maria Hanke, der zu seinem 70. Geburtstag um Entpflichtung gebeten hat, um sich künftig noch stärker der Seelsorge und der Evangelisierung in Deutschland widmen zu können. Außerdem waren die Priester Professor Thomas Möllenbeck und Pfarrer Matthias Patzelt dabei und wurden häufig um die Spendung des Bußsakramentes gebeten.

Petersdom im strömenden Regen – © Adobe Stock

Die laufenden Nachrichten aus Rom haben wir scherzhaft Wasserstandsmeldungen der Pilgerfahrt des Neuen Anfang aus Rom, genannt, weil es überwiegend regnete. Die Anreise mancher Wallfahrer gestaltete sich wetterbedingt chaotisch. Einige trafen wegen Glätte und Schneefall verspätet ein. Leider gab es auch krankheitsbedingte Ausfälle.

Samstag, 3. Januar – Ankommen

Die erste Heilige Messe am Samstagabend zelebrierte der ehemalige Bischof von Eichstätt, Pater Gregor Maria Hanke im Campo Santo Teutonico. In seiner Predigt sprach er über die Taufe des hl. Johannes und betonte den Ruf an jeden einzelnen von uns. „Wir sind beim Namen gerufen, Jüngerinnen und Jünger zu sein.“

Sonntag, 4. Januar – Preisverleihung

Am Sonntagmorgen feierte die Pilgergruppe die Messe in einer Seitenkapelle des Petersdoms.

Pilger Thomas Philipp Reiter war am Morgen bereits durch die Heilige Pforte gegangen und hat zahlreiche Anliegen vieler Menschen mitgetragen. Dies betrachtete er nicht als Last, sondern als große Freude. „Mir gehen viele Gedanken durch den Kopf. Es ist immer wieder erstaunlich, welch große Andacht man in einer Messe im Petersdom haben kann. Es ist wirklich das Herz im Zentrum der Weltkirche. Das spürt man nicht nur touristisch, sondern auch spirituell. “ (Pilger Thomas Philipp Reiter)

Nächste Station durch den Regen: Die Basilika Santa Prassede, das bedeutendste Beispiel byzantinischer Kunst in Rom mit dem ältesten Glockenturm der Stadt, den man allerdings nicht sehen kann, weil das Gebäude zwischen anderen sehr versteckt ist.

Martin Brüske stellte uns diese wunderschöne Kirche mit eindrücklichem Bildprogramm vor und empfahl die Betrachtung der Apsis und die Zenokapelle als absolute Höhepunkte.

Anschließend ging es zur Basilika St. Maria Maggiore mit dem sehr schlichten Grab von Papst Franziskus und einer wunderschönen Krippe. Martin Brüske kommentierte: „St. Maria Maggiore ist eine der schönsten Basiliken mit altchristlicher harmonischer Architektur.“ Um den sakralen Charakter der Kirche zu wahren, sind auch diskrete Führungen verboten. Wir haben uns daher zu Erläuterungen in der nahegelegenen Kirche Santa Prassede versammelt und konnten damit zwei römische Perlen einsammeln.

Bernhard Meuser bei der Übergabe der Urkunde an das Ehepaar Hauser – © Grünewald

Ein Höhepunkt am Abend war die Verleihung des Evangelii Gaudium-Preises durch Hermann Binkert an das Ehepaar Lucia und Hans-Peter Hauser von der Organisation „Liebe leben“. Hans-Peter Hauser dankte ausdrücklich seiner Ehefrau für deren Einsatz sowie den inzwischen 50 ehrenamtlichen Teammitgliedern. „Liebe leben“ begleitet (Ehe)paare und Einzelpersonen in Seminarangeboten und Einzelcoachings auf dem Weg zu einem sinnerfüllten Leben.

Montag, 5. Januar 2026 – Genazzano und INSA-Studie

Am Montag fuhren zwei volle Pilgerbusse nach Genazzano, um der Mutter vom Guten Rat unsere Anliegen und die Situation der Kirche in Deutschland anzuvertrauen und sie um ihre Fürsprache zu bitten. Dieser Moment des Gebets wurde von allen als besonders wertvoll und stärkend erlebt. Das Marienheiligtum von Genazzano steht seit Jahrhunderten unter der geistlichen und seelsorglichen Verantwortung der Augustiner. Daher hat Papst Leo eine besondere Beziehung zu diesem »Santuario«.

Podium im Palazzo Cardinale Cesi– © Grünewald

Am Abend wurde im Hotel Palazzo Cardinal Cesi die Studie des INSA-Instituts über das Christentum in Deutschland vorgestellt. Dazu gab es ein prominent besetztes Podium. Lesen Sie hier die Zusammenfassung von Thomas Philipp Reiter über einen Abend der Hoffnung und zukunftsweisenden Möglichkeiten für einen neuen Anfang.

Dienstag, 6. Januar 2026 – Schließung der Hl. Pforte und Podiumsgespräch

Am 6. Januar 2026, dem Hochfest der Erscheinung des Herrn, konnten die Pilger, die früh genug aus den Federn kamen, die Schließung der Heiligen Pforte im Petersdom erleben. Damit endete das Heilige Jahr 2025, das unter dem Leitwort „Pilger der Hoffnung“ stand und zeitlich den Übergang vom Pontifikat Papst Franziskus’ zu seinem Nachfolger Papst Leo XIV. markierte. Entsprechend stand auch die Podiumsdiskussion des Abends unter dem Titel: Was kommt Neues mit Papst Leo?

Pater Gregor Maria Hanke OSB, Prälat Graulich und Kardinal Kurt Koch
– © Grünewald

Das Gespräch mit Kardinal Kurt Koch, Prälat Markus Graulich und dem emeritierten Bischof von Eichstätt, Pater Gregor Maria Hanke OSB, fand in der Aula Benedikt XVI. im Campo Santo Teutonico statt und wurde von Rudolf Gehrig, Rom-Korrespondent für EWTN, moderiert. Wir danken noch einmal allen Teilnehmern dieses für alle bereichernden Abends.

Mittwoch, 7. Januar 2026 – Papstaudienz

Der Neue Anfang versteht sich auch als Stimme jener Gläubigen, die sich in den gegenwärtigen kirchlichen Debatten um Strukturfragen und die Gültigkeit der katholischen Anthropologie nicht selten an den Rand gedrängt fühlen. Umso bewegender war es für unsere Pilgergruppe, in Rom dem Heiligen Vater im Umfeld der Generalaudienz am Mittwoch begegnen zu dürfen.

Screenshot – Die Tagespost

Einige von uns hatten dabei das besondere Privileg, in einer Privataudienz und in der sogenannten „Prima Fila”, der ersten Reihe der Generalaudienz kurz mit ihm zu sprechen und dem Papst die Verbundenheit sowie den Dank vieler Gläubiger – gebündelt in ihren Briefen – persönlich zu überreichen. Dieser Moment wurde von den vielen Pilgern und Pilgerinnen als Ermutigung und Bestärkung auf dem eigenen kirchlichen Weg erfahren.

Donnerstag, 8. Januar 2026 – Abschlussmesse und Heimreise

Es ist inzwischen eine gute Tradition des Neuen Anfangs, die Abschlussmesse in der Anima zu feiern: in jener Kirche, die den deutschen Pilgern in Rom offensteht und in der sich auch das Grabmal des vorletzten „deutschen“ Papstes, Hadrian, befindet. Mit dem Segen all jener, die je in der Anima Eucharistie gefeiert haben, traten die Wallfahrer die Heimreise an – im Kirchenbuch der Anima findet sich bis heute auch der Zelebrationseintrag von Josef Ratzinger aus Bonn zur Zeit des Zweiten Vaikanischen Konzils. So kehrten die Reiseteilnehmer als „Pilger der Hoffnung” zurück in die winterliche Kirchenwirklichkeit in Deutschland.

Text:
Patricia Haun und Peter Esser

Bildquellen:
Petersdom im Regen Adobe Stock
Fotos aus den Berichten: Martin Grünewald
Vignetten: Peter Esser

Post drucken

Melden Sie sich für unseren Newsletter an