Das Glaubensfest des Gebetshauses in Augsburg findet alle zwei Jahre statt. Es ist ein Fest für alle Sinne. Die Ohren hören Musik und Vorträge, es ist der Geschmack von gutem Kaffee im MEHRforum, aber es ist vor allem auch der eindrucksvolle Augenschmaus im MEHRauditorium. Dieser soll hier einmal versucht werden, vorzustellen. Peter Winnemöller war dabei.
Vor vielen Jahren, als noch kaum jemand das damals noch MEHR Konferenz genannte Fest des Glaubens kannte, las oder hörte ich irgendwo diese Definition: Da kommen ein paar tausend Leute zusammen, singen Lobpreis, hören einen Vortrag, singen Lobpreis, hören einen Vortrag, singen Lobpreis, hören einen Vortrag, singen Lobpreis und machen das drei Tage lang. Die Vorträge hält in der Regel Johannes Hartl und am Ende sind alle glücklich und kommen grinsend aus der Halle. Derjenige, der das sagte, grinste ebenfalls, denn er war am Vortag aus Augsburg zurückgekommen. Dieser Beitrag soll vor allem einen optischen Eindruck vom Glaubensfestival geben. Die Bilder zeigen Lobpreis, Vorträge und Zeugnisse. Alles das lässt sich auf der Youtube-Seite des Gebetshauses nachhören.
Da die Augen bekanntlich “mitessen”, unternimmt das Team vom Gebetshaus große Anstrengungen, eine ansprechende Optik zu schaffen. Diese einmal zu zeigen, ist das Anliegen des vorliegenden Beitrags.
Oft wird vor allem die Lightshow beim Lobpreis kritisiert. In der Vergangenheit baute man Dome aus Steinen, heute bauen wir Dome aus Licht. Natürlich hält ein Dom aus Stein länger, doch auch das Licht vermag sich über die Fotografie Dauer zu verschaffen. Die Lichtverhältnisse in der Halle sind schwierig, darum können die Bilder keine Studioqualität erreichen, doch was mit einer hochwertigen Smartphonekamera inzwischen möglich ist, kann sich sehen lassen.
MEHR Licht!
MEHR Musik!
MEHR Freude!
The Sound of Joy, die MEHR 2026 hier in Bildern:

Die Bühne der MEHR vor Beginn
Bekannt ist das Festival für seine Optik. Johannes Hartl, der Gründer des Gebetshauses hat ein Faible für Schönheit. Die gesamte Ästhetik der Konferenz versteht sogar dann zu beeindrucken, wenn sie den persönlichen Geschmack vielleicht nicht trifft. Kultig ist der Auftakt, bei dem im dunklen Saal von Zehn heruntergezählt wird. Ein kurzes Intro, das die gesamte Multimedia-Wand im Bühnenhintergrund einbezieht, eröffnet von nun an jeden Abschnitt des Festivals. Es ist aufwändig produziert und vermittelt die Botschaft, die über dem Ganzen steht. „Sound of Joy“ war das Motto der Konferenz. Freude und der Klang der Freude, das sollte im Fokus stehen.

Sebastian Lohmer(l) und Beke Glaeser(r) können es als Moderatoren locker mit jedem prominenten Moderatoren-Duo im Fernsehen aufnehmen
Den Auftakt macht mit Beke Glaeser und Sebastian Lohmer ein erprobtes Moderatoren-Duo. Die beiden brauchen sich hinter Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker nicht zu verstecken. Möge das ZDF nie zur MEHR kommen, sonst sind wir sie los. Nach der Begrüßung und ein wenig Lobpreis geht es dann auch gleich zur Sache: Johannes Hartl hält den ersten von vier Vorträgen. Es geht um Petrus, seine Größe, sein Scheitern und die Annahme durch Jesus, die Simon den Bar Jonah erst wirklich groß werden lässt. Das ist keine leichte Kost und es ist interessant, dem Gedankengang des Gebetshausgründers zu folgen. Petrus als „Rocky“ zu bezeichnen, ist vorher vermutlich auch noch niemandem eingefallen.

Der Weg des Petrus ist nicht trivial
Nach dieser schweren Kost ist es Zeit für einen ordentlichen Lobpreis mit Veronika Lohmer und ihrer Band. Beeindruckend hier ist der Wechsel von sehr ruhiger Musik zu sehr rockigen, fetzigen Stücken, bei denen die Füße kaum still bleiben können, bis wieder zurück zu sehr meditativer Musik. Allein die Zahl von 11.000 Teilnehmern ist ein Eindruck, den man im Grunde nur mit einem Bild wiedergeben kann. Es ist kaum zu fassen, aber trotz der Größe, trotz der Menge, wächst eine dichte Gebetsatmosphäre, die einen trägt. Es geht um Gott und es geht darum, dass wir uns für Gottes wirken öffnen.

Lobpreis mit 11.000
Damit war der erste Tag, der am Nachmittag des Samstags begann, vorbei. Der Sonntag startete mit – man kann es sich denken: Lobpreis. Doch halt! Hier stimmt was nicht. Es wurde Latein gesungen! “Confitemini Domino…” – Tatsächlich waren es Gesänge aus Taize, mit denen Veronika Lohmer den Tag eröffnete.

Gesänge aus Taizé in Augsburg
An den Lobpreis schlossen sich je ein Vortrag von Johannes Hartl und von Elias Glaeser an. Danach ging es dann mit einem eindrucksvollen Zeugnis des Iraners Mojtaba Barahimi weiter. Mojtaba ist als Moslem aufgewachsen, hat sich durch seinen Bruder zu Christus bekehrt und öffentlich von seinem Glauben gesprochen. Dafür wurde er inhaftiert. Zunächst für drei Monate, dann ein zweites Mal für sehr lange Zeit. In der Haft hatte er Isolation und Folter zu erleiden. Trotzdem konnte er auch im Gefängnis Menschen für Christus gewinnen. Nach seiner Flucht lebt er heute in London. Es folgte der Astrophysiker Heino Falck mit einem Vortrag über die Erschaffung der Welt. Dazu orientierte sich der Physiker einerseits an der Urknall-Theorie und andererseits an der Genesis.

Mojtaba Barahimi (l) gibt Zeugnis über seinen Glaubens- und Leidensweg
Am Nachmittag feierte Weihbischof Florian Wörner die Heilige Messe in der großen Halle. Alle anwesenden Priester konzelebrierten, so dass es eine beeindruckende Prozession war, die zur Messe in die Halle 5 einzog.

Heilige Messe am Sonntag mit Weihbischof Florian Wörner
Der Abend ging dann weiter mit Lobpreis. Es folgten Vorträge von Constantin Maasburg, ein Zeugnis von Landesbischof Tobias Biltz und zwei Interviews, eines mit Yemisi Ogunleye und eines mit Sr. Teresa Zukic. Constantin Maasburg sprach über das Erleben von Bewertung und wie man damit umgeht. Als Grundlage für seine Gedanken diente das Buch „Du bist einmalig“ von Max Lucado.
Danach folgte vor allem für die jüngeren Teilnehmer der MEHR das Highlight des Abends, ein Konzert mit den O’Bros. Die ältere Generation nahm zeitig Reißaus, dafür stürmte das Jungvolk nach vorne, um mit den beiden christlichen Musikern, die mit ihren Stücken die Charts stürmen, zu feiern.

Constantin Maasburg spricht über den Umgang mit Bewertungen
Die beiden nächsten Vorträge kamen von John Eldredge und Jana Ringwald. Eldredge ist Psychologe und Therapeut. Aus christlicher Sicht sprach er über Heilung durch die Nähe zu Jesus. Mit einem lapidaren „was wir auch sonst in der Therapie tun“ gab er zu erkennen, dass er als ganz normaler Therapeut arbeitet. Das ändert nichts an seiner Grundthese: Die Seele wird heil durch die Verbindung zu Jesus.

John Eldredge (r) über Heilung, die durch die Nähe zu Jesus erfolgt
Jana Ringwald ist Staatsanwältin, genauer gesagt, Cyberstaatsanwältin. Sie berichtete im Vortrag über ihren Erfolg, eine der größten Drogenplattformen im Darknet hochgenommen und die Verurteilung der Betreiber zu hohen Haftstrafen erreicht zu haben. Im Gespräch mit Johannes Hartl gab sie Zeugnis von ihrem christlichen Glauben und davon, was das mit ihrer Arbeit zu tun hat. In dem Zusammenhang gab sie ein eindrucksvolles Bekenntnis zu unserer Verfassung und hier vor allem zur Präambel ab.

Jana Ringwald im Gespräch mit Johannes Hartl
Und nun? Natürlich Lobpreis mit Veronika Lohmer und ihrer Band.

Lobpreis
Und noch eines, weil es so schön aussieht:

Lobpreis
Ein Highlight der MEHR war die gewonnene Saalwette. Beke Rieken und Sebastian Lohmer hatten gewettet, dass es nicht gelingen würde, 100 Geistliche (d.h. Priester, Ordensleute, Gottgeweihte oder ordinierte Protestanten) auf die Bühne zu bringen, die dort ein Lied der O’Bros rappen.

Saalwette gewonnen
Das war ein Klacks. Der Augustiner-Chorherr Dirk Egger nahm sich der Sache an und so zog der Klerus würdig unter Gesang in die Halle ein. Sebi und Beke gaben sich geschlagen.

Die O’Bros ließen es sich nicht nehmen, mit dem Klerus zu rappen
Den Abschluss des Abends bildete ein weiterer Vortrag von Johannes Hartl und reichlich Lobpreis.
Der kommende Morgen begann mit einer Heiligen Messe, die Bischof Bertram Meier am Tag der Erscheinung des Herrn mit den Gläubigen feierte.

Meditatives Bild vor der Heiligen Messe

Dann war der Moment gekommen, an dem Beke und Sebi zeigen mussten, dass sie ihren Wetteinsatz geleistet hatten. Sebi erschien mit blonden, Beke mit kurzen Haaren auf der Bühne.

Womit auch das geklärt wäre
Danach wurde es noch einmal ernst mit einem letzten Vortrag von Johannes Hartl.

Ein Vortrag über eine Revolution
Der letzte Lobpreis wurde von Michael Beering und seiner Band gestaltet.

Michael Beering und seine Band
Es gab eine Überraschung:

Knalleffekt mit Bändern und Konfetti zum Lobpreis – The Sound of Joy
Alles hat ein Ende, auch die MEHR 2026 und so kamen zum Schluss noch einmal 60 Mitarbeiter und Gebetshausmissionare auf die Bühne, die intensiv mit dem Glaubensfestival befasst waren.

Alle auf die Bühne! Danke für die MEHR 2026!
Herzlichen Dank für die MEHR 2026 und bis zur MEHR 2028 vom 6. bis 9. Januar 2028.
Es war eine runde Sache, wie alle hinterher betonten. Die wichtigste Frage von allen dürfte sein, wie lange Sebastian Lohmer blond bleibt und wann Bekes Haare nachgewachsen sind.
In Wirklichkeit geht es jedoch darum, wie das Glaubensfest nachwirkt. Auch wenn diese Bilderschau etwas launig geschrieben ist, so ist es doch eine Zusammenkunft, in der es darum geht, sein Leben mit Jesus zu gestalten. Im Glauben zu wachsen, über den Glauben zu reden und für jene auskunftsfähig zu werden, die uns nach dem Grund unserer Hoffnung fragen.
Es war ein Glaubensfest mit vielen tiefen und vielen freudigen Begegnungen. Und damit wächst schon jetzt wieder die Vorfreude auf den Januar 2028.
Peter Winnemöller
Journalist und Publizist. Autor für zahlreiche katholische Medien. Kolumnist auf dem Portal kath.net. Im Internet aktiv seit 1994. Eigener Weblog seit 2005. War einige Jahre Onlineredakteur bei „Die Tagespost“. Und ist allem digitalen Engagement zum Trotz ein Büchernarr geblieben.
Fotos: Peter Winnemöller

