Einfach mal die Klappe halten? – Kann die Kirche von der Liebe schweigen?

Lehre/ Moral

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BEHAUPTUNG

„Die Kirche sollte sich aus den Schlafzimmern heraushalten und über Sexualmoral einfach schweigen!“

UNSERE ANTWORT

Gott ist es nie egal, was wir tun, weil wir ihm nicht egal sind.

Deshalb kann es auch der Kirche nicht egal sein. Sie sieht sich im Auftrag, das Gute, das Jesus gesagt hat und das durch seine Apostel gelehrt wurde, weiterzutragen und dieses Wissen den Menschen zur Verfügung zu stellen. Dabei geht es ihr nicht darum zu bevormunden, sondern sie ist – bei allen menschlichen Schwächen in der Kirche – nur am Besten der Menschen interessiert. Dass sie dabei die Sexualität nicht ausklammern kann, liegt daran, dass sie wesentlich zum Menschsein dazu gehört.

So blickt die Kirche auf den Sex:

  • Sex ist von Gott vorgesehen
    Wenn Gott uns mit unserem Körper geschaffen hat, ist Sex nicht nur ein Zufallsprodukt der Natur, sondern hat eine Bedeutung, im Christentum eine sehr hohe. Sex zwischen Mann und Frau ist unter anderem ein Bild für die Liebe zwischen Christus und der Kirche. Es ist etwas Tiefes, Heiliges und sollte nicht beliebig sein.

  • Neues Leben kann entstehen
    Wir haben das Potenzial, je nachdem, wann, mit wem und wie wir Sex haben, Menschen zu zeugen. Diese Verantwortung und auch der Schutz der ungeborenen Kinder vor Abtreibung kann der Kirche nicht egal sein.

  • Sex ist eine Sprache der Liebe
    Durch unsere Körper können wir das Unsichtbare sichtbar machen, als leibhafte Wesen können wir nicht nicht Nur mit Hilfe unserer Körpers können wir jemandem zeigen, dass wir ihn nicht mögen oder dass wir ihn lieben. Also hat auch Sex eine Bedeutung. Es ist eine Sprache, die der Körper spricht und der Kirche ist es nicht egal, was wir mit dieser Sprache sagen, weil es uns nicht gut tut, wenn wir hier lügen oder belogen werden.

  • Sex kann uns verletzen oder erfreuen
    Unsere Sexualität ist ein sehr sensibles Thema: Es gibt viel Schmerz und Enttäuschungen, aber auch viel Freude und Schönes. Der Kirche ist es nicht egal, wie es uns geht und sie will, weil Gott es will, dass wir ein gutes Leben finden. Sie ist überzeugt, dass wir Menschen das tiefste Glück erleben, wenn wir in der Wahrheit leben. Die “wahre” Sexualität ist verbunden mit Liebe und Treue. Das ist letztlich die Ehe.

BEHAUPTUNG

„Jeder soll selbst darüber entscheiden, wie er seine Sexualität lebt!“

UNSERE ANTWORT

Ja! Dabei ist wie den meisten Entscheidungen nicht jede Option gleich gut.

Wer an Gott glaubt und ihm vertraut, will wissen, was Er dazu sagt.

Wir sind, wie wir sind – daraus können wir viel über uns lernen.

Mal ehrlich: So ganz können wir ja gar nicht selbst über unsere Sexualität entscheiden. Als Frau wie als Mann ist uns ein Körper gegeben, dessen Sexualität so ist wie sie ist: abgestimmt auf das andere Geschlecht und so gemacht, dass aus intimster, zärtlicher Berührung auch Nachkommen das Leben geschenkt werden kann – mit eigenen Aufgaben für den Mann und für die Frau.

Unser Gewissen kann uns täuschen.

Oft berufen sich diejenigen, die mit der kirchlichen Lehre nicht einverstanden sind, darauf, dass auch nach dieser Lehre das eigene Gewissen die letzte Instanz sein muss, um “richtig” und “falsch” zu unterscheiden. Es ist auf jeden Fall das Gewissen, das eine Entscheidung zur “eigenen” macht. Zugleich kennen wir alle die Erfahrung, dass man sein Gewissen leicht zum Schweigen bringen, übertönen oder überreden kann, vielleicht sogar bis es immer mehr verstummt. Damit diese innere Stimme, die einen zum Guten und damit zu Gott führt, auf gute Weise mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen umgehen kann (die verdächtig stumm oder ohrenbetäubend laut sein können), und damit sie überhaupt etwas zu sagen hat, müssen  wir sie beachten und trainieren. Hierfür geben uns die Bibel und die darauf aufbauende Lehre der Kirche die ureigene Orientierung des Christentums und ein Ideal, auf das wir hinwachsen können, durch eigene Beschäftigung und im Austausch mit anderen.

BEHAUPTUNG

„Die Kirche sollte mit der Zeit gehen! Die Lebenswirklichkeit ist eine andere!“

UNSERE ANTWORT

Alles, was die Kirche lehrt, hat seinen Ursprung in Jesus Christus.

Er hat als Mensch gezeigt, wer und wie Gott ist und was er sich für unser Leben als Mensch und Person vorgestellt hat.

Die Grundzüge des christlichen Menschenbilds können aus folgenden Gründen nicht einfach geändert werden

  • Kontinuität
    Alles, was die Kirche sagt, sagt sie aus einer Kontinuität heraus, die bis auf Jesus zurück geht. Da, wo sich der Ausdruck der Lehre verändert hat, handelt es sich in der Regel um Vertiefungen und Präzisierungen.

  • Neue Herausforderungen und Umstände fordern neue Anwendung.
    Natürlich leben wir heute in einer andere Welt als vor 2000 Jahren. Deshalb müssen wir seine Prinzipien auf die heutige Zeit anwenden, ohne die Grundsätze des christlichen Menschenbildes zu verändern.

  • Festhalten an Prinzipien.
    Gesellschaftliche oder politische Veränderungen können und dürfen nicht einfach ungeprüft zu einer Anpassung der kirchlichen Lehre führen, man denke an die menschenverachtenden Ideologien des letzten Jahrhunderts. Es ist gut und sogar notwendig, dass es eine Institution gibt, die wichtige moralische Grundprinzipien hochhält.

  • Der Maßstab ist Christus.
    Nicht das Verhalten der Mehrheit in einer bestimmten Zeit oder Kultur ist entscheidend, sondern der Ruf Gottes, auf den die Kirche antworten will. Vielleicht ist es gerade heute die Aufgabe der Christen, in einer Welt, in der Sexualität zur Konsumware geworden ist, Zeugnis davon zu geben, dass menschliche Liebe letztlich in der gegenseitigen Hingabe ihr Ziel findet, die nicht einfach nimmt, was sie braucht und wegwirft, was zu unbequem geworden ist.

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